Wie funktioniert das?

Man sollte sich zunächst mit einigen fotografischen Grundlagen beschäftigen. Zumindest sollte man einigermaßen verstanden haben, was es mit der Blende, der Verschlusszeit und der ISO so auf sich hat und wie diese miteinander zusammenhängen.

Die Wassertropfenfotografie zählt im weitesten Sinne zur High Speed-Fotografie, d.h. es werden extrem schnelle Bewegungen eingefroren. Die besten (noch bezahlbaren) Kameras ermöglichen Verschlusszeiten von ca. 1/8000 Sekunde, die allerdings technisch dadurch realisiert werden, dass der Verschluss nur schlitzförmig geöffnet wird und den Bildausschnitt “abscannt”. Eine so “lange” Belichtungszeit würde bei diesen Bildern aber schon zu deutlich sichtbarer Bewegungsunschärfe führen. Wie bekommt man also trotzdem scharfe Bilder?

Was der Kameraverschluss nicht mehr schafft, ermöglicht ein Systemblitz. Ein Blitz leuchtet zwar sehr hell, aber nicht besonders lange. Nach ca. 1/32000 Sekunde (variiert nach Blitz) ist alles vorbei. Das machen wir uns zunutze.

Zunächst begeben wir uns in einen leicht abgedunkelten Raum. Es muss aber nicht unbedingt stockfinster sein. Dann stellen wir die Kamera in den manuellen Modus. Meine Standardeinstellungen sind Blende 16, Verschlusszeit 1/180 Sekunde, ISO 200. Ein Druck auf den Auslöser dürfte jetzt ein komplett schwarzes Bild erzeugen.

Schwarze Bilder hätte man natürlich auch leichter haben können, einfach den Objektivdeckel drauflassen, abdrücken, fertig. Deswegen kommt an dieser Stelle der Blitz dazu. Dieser wird dafür sorgen, dass wir doch etwas auf dem Bild sehen. Der Blitz ist hell genug, um auch bei Blende 16 und ISO 200 noch genug Licht für ein vernünftiges Bild auf den Sensor zu bringen. Die Belichtungszeit spielt übrigens keine Rolle – der Blitz leuchtet sowieso viel kürzer. Diese wird also nur so kurz gewählt, um den Einfluss des Umgebungslichts praktisch vollständig zu eliminieren. Da die Blitzabbrennzeiten bei hoher Blitzleistung so lang sind, dass trotzdem Bewegungsunschärfe entstehen würde, regeln wir den Blitz auf minimale Leistung (bei mir 1/64). Et voilà – wir sind in der Lage, extrem schnelle Bewegungen einzufrieren.

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